Aufwickeln der Wolle
Die meisten Garne ausserhalb Europas werden in Strängen und nicht in Knäueln verkauft. Das hat den Vorteil, dass die Wolle fast keine Vorprägung bekommt und schön gerade bleibt. Sie müssen aber diese Wolle zuerst selber mit der Hand aufwickeln: die Stränge auseinanderrollen und dann am besten die Wolle auf einen Polster legen, wo sie fest gespannt ist. Oft ist sie an ein paar Stellen mit zusätzlichen Fäden befestigt, die Sie zuerst zerschneiden müssen. Dann fangen Sie an, die Wolle locker über die Finger zu wickeln.

PFLEGETIPPS
Pflegehinweise für Wolle:
Die meisten Strickgarne aus 100% Naturfaser dürfen nur von Hand gewaschen werden. Bitte nicht rubbeln, sondern nur leicht bewegen oder drücken und verwenden Sie am besten spezielle Wollwaschmittel, aber keinen Weichspüler.
Die Wolle auch nicht schleudern oder fest drehen, sondern nur sanft ausdrücken oder in ein Handtuch gewickelt gut ausdrücken. Wenn Sie einen großen Wäschesack haben, dann können Sie das Kleidungsstück in ein Handtuch gewickelt leicht schleudern.
Wenn das Kleidungsstück noch nass ist, heben oder ziehen Sie es nicht auf, weil es sich dadurch verformen kann. Immer nur im Liegen trocknen! Dabei ist wichtig, auf welche Unterlage Sie es legen, am besten auf ein altes Frotiertuch, weil die Garne am Anfang etwas Farbe lassen und die Unterlage verfärben könnte.
Bügeln Sie entweder gar nicht oder nur bei geringer Temperatur. Am besten legen Sie ein Tuch zwischen Bügeleisen und Gestricktem. Bewegen Sie das Bügeleisen nur langsam und drücken Sie nicht fest auf, damit Sie die Maschen nicht verschieben und verformen. Sie können das Bügeleisen auch immer wieder aufheben, bevor Sie es auf die nächste Stelle legen.
Superwash
Superwash bedeutet, dass die Wollfasern durch ein spezielles Verfahren oder durch Beimischen von Kunstfasern nicht verfilzen und eingehen. Diese können Sie im Schongang bei 40° C in der Waschmaschine waschen.
Chemische Reinigung
In der Reinigung werden anstelle der Seifenlauge andere Lösungsmittel verwendet. Chemische Lösungsmittel lassen die Fasern nicht quellen und verhindern so, dass etwas einläuft oder sich verformt.
Aufbewahrung Ihrer Stricksachen
Lagern Sie Ihre Pullis, Schals und vor allem Kleider immer nur liegend. Nicht aufhängen, weil sich Gestricktes leicht ausdehnt und es so passieren kann, dass aus Ihrem kurzen Rock nach 2 Monaten Hängen im Schrank ein langes Kleid wird.
Verschleisserscheinungen
Nach häufigem Tragen kann es bei weichen und locker versponnenen, haarigen Fasern zu Noppenbildung kommen. Diese nennt man Pillen. Sie können sie mit den Fingern, aber auch mit einem geeigneten Gerät leicht entfernen. Wenn Sie die Knötchen einmal entfernt haben, lässt das Pillen mit der Zeit nach.
STRICKTIPPS
Nadelstärke
Die angegebenen Nadelstärken können nur einen ungefähren Anhaltspunkt geben, da jeder Mensch eine individuelle Art zu Stricken hat. Wenn Sie locker stricken, können Sie wahrscheinlich immer eine etwas kleinere Nadel verwenden, wenn Sie aber fest stricken, also die Maschen nur schwer über die Nadel gleiten, müssen Sie eine etwas größere Nadel verwenden. Versäumen Sie daher nicht, eine Maschenprobe zu machen! Wenn die Maschenprobe zu klein ist, greifen Sie zu einer größeren Nadel und wenn sie zu groß ist, zu einer kleineren Nadel und stricken Sie die Maschenprobe zur Sicherheit noch einmal.
Maschenprobe
Meistens ist schon auf dem Etikett eine Nadelstärke und eine Maschenprobe angegeben. Vorsicht: in unserem Geschäft kommen die Garne aus Ländern, die andere Maßeinheiten verwenden. Lesen Sie mehr im Wörterbuch bei Maßeinheiten. Die Maschenprobe bezieht sich auf ein glatt gestricktes Teil in mittlerer Spannung. Für die Maschenprobe stricken Sie am besten ein 12x12cm großes Stück, damit Sie die mittleren 10x10cm mit Stecknadeln markieren können. Nun zählen Sie die Maschen und die Reihen.
Fest oder locker stricken?
Wenn Sie fest stricken wird ihr Pulli etwas strapazierfähiger und verliert nicht so schnell die Form, aber er wird auch etwas steifer. Wenn Sie ein weich fließendes Stück stricken wollen, dann versuchen Sie lieber etwas lockerer zu stricken oder zur größeren Nadel zu greifen.
Patentgestricke
Insbesondere Patent- und Halbpatentgestricke verlieren leicht ihre Form oder dehnen sich leicht aus. Deshalb sollten sie stets mit dünneren Nadeln fest verstrickt werden. Wenn Sie wollen, dass das Gestrickte nicht zusammenspringt, können Sie es mit nicht allzu heißem Eisen bügeln. Am besten probieren Sie das aber zuerst an einem kleinen Rest aus.
Strapazierfähigkeit
Edle Materialien wie Seide, Alpaka und feine Schurwolle sind grundsätzlich nicht so strapazierfähig wie die etwas robusteren Standardfasern.
Handgefärbte Wolle
Viele unserer Garne von Wolle mit Stil sind von Hand gefärbt. Das ergibt ein einzigartig weiches, mit kleinen Farbnuancen bereichertes, unverwechselbares Erscheinungsbild. Bei diesem Verfahren wird die Wolle unzählige Male an verschiedenen Stellen in unterschiedliche Farben oder Farbnuancen eingetaucht. Nachher wird die Wolle aufgehängt, getrocknet und verteilt. Natürlich kommt es dadurch zu leichten Farbunterschieden bei den verschiedenen Strängen. Falls diese Unterschiede zu groß sein sollten, dann stricken Sie am besten aus 2 verschiedenen Strängen je 2 Reihen abwechselnd.
Verfilzen
Baumwolle, Seide, Leinen, Viskose und synthetische Fasern verfilzen nicht. Wollfasern sind von einer dachziegelartig angeordneten Schuppenschicht umgeben. Bei Kälte ziehen sich die Fasern zusammen, bei Hitze dehnen sie sich aus. Feuchtigkeit, scharfe (alkalihaltige) Waschmittel und starke Reibung können diesen Effekt verstärken. Dabei verhaken sich die feinen Schuppen der einzelnen Wollhaare ineinander so, dass sie sich nicht mehr lösen lassen. Das ist eine ganz natürliche Eigenschaft der Wolle, die bei der Herstellung von Filz genutzt wird.
STRICKTIPPS FÜR VERSCHIEDENE MATERIALIEN
Boucle: Die Bouclegarne haben den Vorteil, dass Sie keine komplizierten Muster stricken müssen. Einfaches Glatt Rechst genügt. Allerdings bleibt man an den kleinen Ringen der Wolle leicht hängen. Versuchen Sie die Masche mit Zeigefinger und Daumen der linken Hand etwas zu dehnen bzw. nach unten zu ziehen, damit Sie mit der Nadel leichter durchkommen.
Mohair: Mohair garne sind durch die haarige Struktur sehr kuschelig und warm. Sie sind aber sehr schwer aufzutrennen! Daher am Besten doppelt aufpassen beim Stricken, Sie kriegen keine zweite Chance! Wenn es aber doch notwendig ist, versuchen Sie, wenn Sie stecken bleiben, die Härchen die ineinander verknotet sind, mit einer Nadel auseinanderziehen und dann erst versuchen weiter aufzutrennen.
Bambus und Baumwolle: Die Bambus- und Baumwollgarne sind aus vielen feinen Fasern versponnen. Passen Sie auf, dass Sie immer alle diese Fasern mit der Nadel erwischen, sonst stehen zum Schluss kleine Fädchen weg.
Wolle mit Perlen und Flitter: Es ist ganz leicht mit diesen Garnen zu arbeiten. Wenn Sie wollen dass Ihr Projekt so richtig funkelt, könnten Sie die Perlen und Flitter an der Rückseite von Hand nach Vorne arbeiten. Die Perlen lassen sich relativ leicht bewegen, es ist nur etwas zeitaufwendig. Der Aufwand zahlt sich aber aus!
VERSCHIEDENE STRICKNADELN
Welche Nadel für welches Projekt? Heutzutage gibt es viele verschiedene Stricknadeln nicht nur in jeder Stärke und Länge sondern auch mit verschiedenen Spitzen.
Grundsätzlich können Sie Rundstricknadeln für fast alles benützen. Manche stricken aber lieber mit normalen Stricknadeln. Wenn man normale Stricknadeln nimmt hat man das ganze Gewicht auf den Nadeln. Wenn man eine Rundstricknadel benützt hängt das Gewicht auf dem langen Kabel und kann gemütlich im Schoß liegen. Die Wahl der passenden Nadel ist sicherlich Geschmackssache oder auch Gewohnheit.
Rundstricknadeln brauchen Sie aber unbedingt, wenn Sie - wie der Name auch sagt - in der Runde arbeiten müssen (z.B. beim Bund, beim Halsausschnitt, bei Röcken etc). Dafür brauchen Sie immer kürzere Nadeln, als die Rundenlänge ist, sonst dehnt sich das Gestrickte aus.
Verschiedene Nadelspitzen: Es gibt Nadeln die stumpfe Spitzen haben z.B. Takumi Bambus-Stricknadeln, oder die scharfe Spitzen haben, wie die Knit Picks Stricknadeln. Je dünner das Garn umso leichter strikt man mit einer scharfen Spitze, und je dicker das Garn umso leichter ist es mit einer stumpfen Spitze.